199 Feuerwehrleute stehen bereit

Die Nachwuchsarbeit erfolgt in den drei Jugendeinheiten: Birresdorf, Gelsdorf und Nierendorf

Von wegen Feierwehr. Dass die Grafschafter Feuerwehr gerne feiert, wie jüngst beim 90-Jährigen Bestehen des Birresdorfer Löschzuges, versteht sich von selbst. Doch das runde Jahr über bestimmen kleine und große Einsätze das Geschehen. Zuletzt eim großen Unwetter im Juni. Da rückten die elf Löschgruppen aus der kompletten Grafschaft an nur einem Nachmittag zu 107 verschiedenen Einsatzorten aus.

„Wir waren an dem Tag, es war der 20.Juni, quasi omnipräsent.“ sagt Erich Krupp. Der 58-Jährige ist Wehrleiter der Gemeinde Grafschaft und mächtig stolz auf seine Truppe. Diese rekrutiert sich aus 17 Orten zwischen Gelsdorf im Westen und Nierendorf im Osten und teilt sich in drei Alarmierungsbereiche: die Obere Grafschaft, die Mittlere Grafschaft und die Untere Grafschaft. Wird die gesamte Wehr benötigt, können Krupp und seine Stellvertreter Hans-Werner Ockenfels (60) und Achim Klein (48), auf 199 Feuerwehrleute und 18 Einsatzfahrzeuge inklusive der in Ringen stationierten Drehleiter zurückgreifen.

„Wir haben zwölf Frauen in der Wehr.“ sagt Krupp nicht ohne Stolz. Und: „Wir waren eine der ersten Wehren im Kreis, die schon vor mehr als 20 Jahren Frauen ausgebildet haben.“ Das sei vor allem der guten Jugendarbeit der Löschgruppen zuzuschreiben. Denn die Frauen seien über die Jugendwehr zu den Löschgruppen gestoßen. Insgesamt 45 Mitglieder zählen die drei Jugendwehren der Grafschaft in Birresdorf, Gelsdorf und Nierendorf. „Nachwuchsprobleme haben wir keine, dennoch sind wir uns bewusst, dass in einer Gemeinde, in der viele Pendler leben, nicht in jedem Dorf immer alle Kräfte zur Verfügung stehen“, sagten Krupp und Klein unisono. Gerade auch deshalb freuen sie sich über die Feuerwehrfrauen, „die nicht wollen, dass der Kindergarten abbrennt und daher doppelt motiviert sind“.

Auch das Rathaus hat dem Status Pendlergemeinde Rechnung getragen. So könnten allein die Mitarbeiter des Bauhofes mit zwölf Mann schon eine eigene Löschgruppe bilden. „Das haben wir initiiert, um auch tagsüber eine größtmögliche Einsatzstärke zu gewährleisten“, sagte Bürgermeister Achim Juchem bei der jüngsten Großübung der Grafschafter Einheiten an der Ringener Grundschule Sankt Nikolaus dem General-Anzeiger.

Doch auch wenn es um dringende Hilfe für einen einzelnen Grafschafter geht, steht die Wehr wie ein Mann. Das hat die Eckendorfer Löschgruppe erst vor einigen Wochen unter Beweis gestellt. Eines ihrer Mitglieder brauchte dringend eine Knochenmarkspende. Gemeinsam mit der Gemeinde Grafschaft und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei stemmten die Wehrleute eine großangelegte Typisierungsaktion im Ringener Bürgerhaus. Fast 1000 Grafschafter nahmen daran teil oder spendeten für die Aktion. „Das verdient Respekt und Dank“, findet Erich Krupp, der auch davon berichtet, dass der erkrankte Feuerwehrmann nach einer Knochenmarkspende „auf dem Weg nach vorn ist“.

Einer der spektakulärsten Einsätze der Grafschafter Wehr war im vergangenen Jahr der Hubschrauberabsturz beim Gelsdorfer Frühlingsmarkt. „Zum Glück gab’s keine Toten“, denkt Krupp zurück. Gelsdorf ist aber auch der Standort der Bundeswehrfeuerwehr. Die isst für den Bunker des streng abgeriegelten Kommandos Strategische Aufklärung im Gewerbegebiet zuständig. „Wir arbeiten prima zusammen“, sagt Krupp. Und weist auf eine Anlage hin, die von allen Wehren im Kreis genutzt wird. „Die Bundeswehr hat die modernste Übungsstrecke für unsere Atemschutzträger. Dort wird ausgebildet und aufgefrischt. Im Notfall würde die Bundeswehr-Feuerwehr auch mit uns ausrücken, aber das war bisher noch nicht nötig“, sagte der Gemeinde-Wehrleiter.

Und worauf ist die Wehr stolz? Auf die 40-Köpfige Alters- und Ehrenabteilung, aber auch darauf, dass es an der Ringener Grundschule eine Feuerwehr Arbeitsgemeinschaft gibt.

Rückblick Jahr 2012

Der Hubschrauberabsturz 2012 war ein spektakulärer Einsatz der Grafschafter Wehr

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