Alarmübung der Freiwilligen Feuerwehr und des DRK Grafschaft

Nach einer Gasexplosion brannte die Werkshalle im Gelsdorfer Gewerbegebiet lichterloh

65 Feuerwehrkameraden mit zehn Feuerwehrfahrzeugen sowie zehn Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes kümmerten sich um sechs „Verletzte“

 

Nach einer Gasexplosion brannte die Werkshalle im Gelsdorfer Gewerbegebiet lichterloh

Eine Explosion wegen eines technischen Defekts an der Gasleitung des Verpackungsroboters war die Ursache für einen Großbrand bei der Firma Söndgen-Keramik im Gelsdorfer Industriegebiet. Mehrere Mitarbeiter wurden vermisst, einige Verletzte mussten geborgen und versorgt werden. So sah das Szenario einer Großübung der Grafschafter Freiwilligen Feuerwehr aus, die mit 65 Mann und zehn Fahrzeugen im Einsatz war. Nur der Rüstwagen aus Vettelhoven bereitete dabei Probleme, denn die Besatzung war zwar Blitzschnell aufgesessen, was aber fehlte war der Fahrer. Der einzige Feuerwehrkamerad mit passendem Führerschein war beruflich bedingt nicht für diesen Einsatz greifbar. Doch die Floriansjünger reagierten schnell und pragmatisch, kurzerhand wurde die Bengener Löschgruppe angefordert, die dann auf ihrem Weg nach Gelsdorf einen geeigneten Fahrer in Vettelhoven absetzte, der dann das Steuer übernahm. Ausgerechnet der Rüstwaren wurde jedoch dringend gebraucht, um einen eingeklemmten Verletzten bergen zu können. Zum Glück machte der Übungspuppe die klirrende Kälte bei -3 °C nicht viel aus, doch weiß Wehrleiter Erich Krupp jetzt, welche Schwachstelle dringend beseitigt werden muss. Dennoch war er sehr zufrieden und erfreue über die „spontan“ gefundene Lösung des Problems.
Weil sich der Unfall während des (von der Feuerwehr an diesem Tag vorgegebenen) Schichtwechsels gegen 18Uhr am Abend ereignete, befanden sich noch einige Mitarbeiter der zu Ende gehenden Schicht im Umkleidebereich der „brennenden“ Halle. Wie viele Personen sich noch in dem Gebäude aufhielten, war nicht bekannt, sodass die Feuerwehr zunächst das Brandobjekt erkunden und die dort aufgefundenen Menschen retten musste. Die meisten Beschäftigten hatten sich allerdings beim Ertönen der Alarmsirene zu den gekennzeichneten Sammelplätzen begeben, wo sich auch der Ansprechpartner für die ankommende Feuerwehr befand.

Der Gelsdorfer Löschgruppe, die schon nach fünf Minuten als erste Einheit vor Ort war, bot sich folgende Situation: Ein Mitarbeiter hatte nach der Explosion fluchtartig den Gefahrenbereich verlassen und war dabei mit einem Gabelstapler zusammengeknallt. Dabei war die Verpackungsrolle, die vom Gabelstapler transportiert worden war, herabgerutscht und hatte den Mitarbeiter eingeklemmt, sodass er Knochenbrüche und innere Verletzungen davongetragen hatte – natürlich nur gespielt. Zwei weitere Mitarbeiter fanden sich vor der Halle in einem Schockzustand, in der Halle hielten sich zu diesem Zeitpunkt noch weitere vier Verletzte auf. Zwei davon hatten eine Rauchgasvergiftung erlitten, eine hatte eine Verbrennung davongetragen und einer war bewusstlos. Sie alle mussten unter Einsatz von Atemschutzgeräten gerettet werden und wurden anschließend an das Deutsche Rote Kreuz übergeben, das ebenfalls mit zehn Personen im Übungseinsatz war.

Laut Plan mussten von den Übungsteilnehmern eine ganze Reihe ganze Reihe von Maßnahmen nacheinander abgearbeitet werden. Wehrleiter Erich Krupp und sein Stellvertreter Werner Ockenfels schauten sich die Sache genau an, um zum einen den Ausbildungsstand der Wehrkameraden beurteilen zu können und zum anderen zu sehen, wo es eventuell noch Verbesserungsbedarf gibt.

So musste zunächst am Sammelplatz herausgefunden werden, was überhaupt passiert ist, bevor ein Trupp Atemschutzgeräteträger zur Erkundung des Schadenobjektes losgeschickt wurde. Die Menschenrettung in der Halle stand ebenso auf dem Programm wie die Betreuung „geschockter“ Mitarbeiter. Vor der Bekämpfung des Feuers in der Verpackungshalle musste zunächst die Gasleitung abgeschiebert werden, um weitere Gefahren auszuschließen.

Gefordert war aber auch der Aufbau einer Führungsorganisation sowie die Bildung von Abschnitten, um der Lage besser Herr zu werden. Auch der Rettungsdienst musste in den Einsatzablauf eingebunden werden mit der Übergabe der Verletzten. Wenn nötig, wurden die Rotkreuzler auch bei der Versorgung der Verletzten von den Feuerwehrkameraden unterstützt. Relativ aufwändig gestaltete sich die Rettung der eingeklemmten Person, wofür auch einiges an technischen Geräten aus dem Rüstwaren zum Einsatz kam. Nicht zuletzt musste eine frostsichere Wasserversorgung aufgebaut und die Einsatzstelle zur Erleichterung des Einsatzes ausgeleuchtet werden.

Zum ersten Male arbeitete die Freiwillige Feuerwehr Grafschaft bei einer Alarmübung mit dem DRK-Ortsverband-Grafschaft zusammen. Die verletzten Darsteller wurden dabei realitätsnah geschminkt und präpariert, sodass sowohl die Feuerwehrkameraden als auch die Mitarbeiter des Roten Kreuzes realistischer Verletzungsmuster vorhanden und entsprechend abarbeiten mussten.

 

Alarmübung Gasexplosion Gelsdorf 1

Bei der Alarmübung der Freiwilligen Feuerwehr und des DRK Grafschaft war angenommen worden, ein Gabelstapler  (rechts) habe seine Last auf einen Mitarbeiter fallen lassen.
   
Alarmübung Gasexplosion Gelsdorf 2 Im Inneren der Verpackungshalle begaben sich die Atemschutzgeräteträger auf die Suche nach verletzen Personen.
   
Alarmübung Gasexplosion Gelsdorf 3

Rot-Kreuz-Helfer machten sich sogleich daran, das Unfallopfer – eine Übungspuppe der Feuerwehr – medizinisch zu versorgen

   
Alarmübung Gasexplosion Gelsdorf 4

Die Feuerwehr half einem Mädchen mit „Verbrennungen“

 

Quelle: Blick aktuell Grafschaft 49/2010, Grafschafter Zeitung 49/2010

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